perbit Logo
Hendrik Kellermeyer, perbit

Geschäftsführer
perbit Software GmbH

Interview mit

Hendrik Kellermeyer

Wie schätzen Sie die aktuelle Situation am HR Softwaremarkt ein (vor dem Hintergrund „New Work“, Pandemie, etc.)?

Durch die Pandemie und den zunehmenden Wunsch von Mitarbeitern, ihre Arbeit zukunftsorientiert und sinnstiftend zu gestalten, wird auch der HR Softwaremarkt noch weiter an Bedeutung gewinnen. Arbeitnehmer werden ihren Arbeitsgeber immer häufiger danach bewerten, wie digital und konsequent HR Prozesse unterstützt und gelebt werden.

Was sind aus Ihrer Sicht die Erfolgsfaktoren eines HR-IT-Auswahlprojektes (Prozesse, Organisation, Standardisierung, …)?

Bei der Auswahl sollte man seine Stakeholder kennen und auch die interne IT-Strategie. Damit grenzt man den Markt schon ein. Dort, wo man nur allgemeine Anforderungen hat und diese auch einem anderen Verfahren anpassen kann, sollte man auf Standards setzen.

Was sind die Anforderungen aus Ihrer Sicht an die ausschreibenden Unternehmen?

Die Schlagwörter der verschiedenen Anbieter gleichen sich immer mehr an. Auch die Lastenhefte bedienen sich genau dieser Wörter, ohne das eigentliche Ziel zu beschreiben. Themen, die einem Kunden wichtig sind und mit dem sie sich gegenüber den Wettbewerbern differenzieren wollen, können daher nicht von der Stange kommen. Man kann nur empfehlen, tiefer zu schauen und auch den Partner zu betrachten, denn dieser wird die nächsten Jahre einem helfen müssen.

Sind aus Ihrer Sicht noch Lasten- und Pflichtenhefte im HR-IT-Auswahlprozess notwendig? (Was sind bzw. wären Alternativen?)

Lastenhefte in der Tiefe geben häufig keinen Sinn. Man beschreibt einen theoretischen Ablauf und vergisst die Möglichkeiten einer speziellen Software. Daher sollte man Themen abfragen und sich für spezielle Anforderungen Referenzen zeigen lassen. Ansonsten verliert man zu viel Zeit in Präsentationen und Abgleichen.

Welche Themen erweitern den funktionalen und nicht-funktionalen Anforderungskatalog bei Cloud Lösungen?

Die gesamte IT-Infrastruktur einer Cloudlösung muss mitbetrachtet werden. Damit müssen Verfügbarkeit und Anbindungen auf jeden Fall mit überprüft werden. Damit muss der Datenschutz einmal mehr unter die Lupe genommen werden.

Was sind für Sie die typischen Phasen eines HR-IT-Auswahlprojektes?

Den jetzigen „Status Quo“ und das „Ziel“ sollten gut beschrieben werden. Wenn erst mit dem Anbieter im Projekt überlegt wird, wo es hingehen soll, dann wird es ein sehr langes, agiles Projekt werden.

Die Budgetfrage sollte früh geklärt sein. Damit weiß man, wie weit man denken darf. Der Vergleich einer On Premise-Lösung mit einer Cloud-Lösung ist manchmal schwierig. Auf jeden Fall muss man mehr als 5 Jahre vergleichen, um beiden Möglichkeiten gerecht zu werden.

Bei der Vorplanung sollte man Kapazitäten kennen, die man auch intern benötigt. Kein Anbieter kann ohne Rücksprachen und Hilfen ein solches Projekt durchführen.

Jede Einführung kostet Zeit und man wird auch die Stakeholder frühzeitig mitnehmen müssen. HR-Systeme haben schon lange die Personalabteilung „verlassen“ und spielen im ganzen Unternehmen eine Rolle. Das Projekt ist erst beendet, wenn alle mit dem System arbeiten und man sein vorher gestecktes Ziel erreicht hat.

Inwiefern unterscheiden sich On-Premise und Cloud-Lösungen?

Die Grenzen der Individualisierbarkeit werden bei On Premise weiter rausgeschoben. Das sollte nicht bedeuten, dass man jetzt alles individualisieren sollte. Die Updatefähigkeit spielt hier auf jeden Fall eine größere Rolle.

Welche Rolle spielen On-Premise Lösungen aus Ihrer Sicht in der Zukunft?

Kunden mit sehr individuellen Anforderungen bis hin zu Sonderprogrammen werden mittelfristig On Premise Lösungen bevorzugen. Darüber hinaus gibt es in manchen Branchen noch Vorbehalte gegenüber der Cloud, so dass hier ein einfacher Wechsel in die Cloud nicht möglich ist.

Welche Trends/Strömungen sehen Sie im HR/HR-IT-Bereich in den kommenden Jahren?

In den kommenden Jahren wird sich der Trend, ort- und zeitunabhängig zu arbeiten, weiter fortsetzen. Moderne Collaborations-Lösungen werden immer mehr Features bereithalten, um das Arbeiten von remote zu unterstützen.

Ebenso werden sich Unternehmen All-in-one-Lösungen für alle digitalen Prozesse rund um den Mitarbeiter wünschen. Das reicht von der Abbildung von Lohn & Gehalt über das Abwesenheitsmanagement bis hin zur Mitarbeiterbeurteilungen.

Von Seiten der Mitarbeiter wird der Wunsch, mobil auf alle Unternehmensdaten und die eigenen Daten zugreifen zu können, selbstverständlich sein.

Was sind aus Ihrer Sicht die „Besonderheiten“ Ihrer Lösungen im Vergleich zu Ihren Mitbewerbern?

Mit 38 Jahren Erfahrung und mehr als 1000 Projekten verfügen wir bei perbit über ausgeprägte Kompetenz, unsere Kunden dabei zu unterstützen, besonders schnell und effizient HR Prozesse zu digitalisieren.

Weitere Interviews: